David-Film des St.-Dominikus-Gymnasiums

ein Film-Projekt in Zusammenarbeit mit der Stadtkirche Karlsruhe

Am Sonntag, den 4.11.2018, fand im Rahmen des Gottesdienstes in der Kleinen Kirche Karlsruhe die Uraufführung des Films „David- die Entscheidung“ statt, den Frau Schuster zusammen mit ihrem zweistündigen Kunstkurs im Frühjahr 2018 hergestellt hatte. Der Film beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern  der Mensch Verantwortung für sein Handeln trägt. Im Film entscheidet sich David dafür, nicht gegen Goliath zu kämpfen, sondern seine Schleuder niederzulegen.

Auch die Predigt von Stadtpfarrer Dirk Keller thematisierte die Entscheidung des Menschen unserer Zeit  zwischen Schicksal und eigener Verantwortung.

Der Gottesdienst wurde musikalisch von Schülerinnen unserer Schule umrahmt. Das Vokalensemble brachte mit „Donna, donna – on a wagon bound for market“ ein bekanntes Friedenslied zu Gehör und Lea B. (Musikprofil Klasse 10) knüpfte mit ihrem Harfenspiel an König Davids Lieblingsinstrument an.

 B. Schuster & J. Mammel

Film

  • Idee und Drehbuch: Schülerinnen des St.- Dominikus-Gymnasiums der Kursstufe 2, Grundkurs Bildende Kunst
  • Aufnahmen und Realisierung: Sidekick-Pictures
  • Betreuende Lehrerin: Frau Schuster
Plakat

Idee

Ein in der Renaissance beliebtes Thema ist der biblische Hirtenjunge David. Verschiedene Bildhauer haben sich mit ihm beschäftigt. In David sehen sie die Verbildlichung des humanistischen Menschen ihrer Zeit. Wir haben im Unterricht die unterschiedlichen Darstellungen verglichen und analysiert.

Im Film verbinden sich der kunstgeschichtliche David und der biblische David zeitweise zu einer Person, indem der Mensch David zur Skulptur wird.

Aus unterschiedlichen Gründen haben wir uns für die Skulptur Michelangelos entschieden. Sein David zeigt ihn vor der Tat. Er beobachtet seinen Gegner und hat den Stein wurfbereit in der Hand; d.h. er hätte noch die Möglichkeit, sich anders zu entscheiden, Goliath nicht zu töten und somit die Tötung der Philister zu verhindern.

Ob ein biblischer David sich wirklich hätte entscheiden können, haben wir mit Herrn Keller, dem Stadtpfarrer, diskutiert.

Ausgehend von der biblischen Geschichte des Kampfes David gegen Goliath haben wir im Gespräch in der Klasse erarbeitet, wie eine mögliche Kriegsgefahr hätte abgewendet werden können. Dabei wurden unterschiedliche Aspekte berücksichtigt und Bezüge zur aktuellen Politik hergestellt.

Das St.-Dominikus-Gymnasium ist eine Mädchenschule. Dadurch können ausschließlich Mädchen die Rollen übernehmen. Den feministischen Aspekt dabei haben wir besprochen, halten ihn jedoch nicht für vorrangig. Das Geschlecht der handelnden Personen ist für uns austauschbar.

Filminhalt

Israeliten und Philister stehen sich angriffslustig gegenüber. Aus dem Volk der Israeliten tritt eine Frau hervor. Sie steigt auf einen Sockel, wobei sie sich in eine Statue verwandelt –den „David“ von Michelangelo. Kampfbereit, wie der marmorne David, mit der Schleuder über dem Rücken, fixiert sie Goliath mit herrischem Blick, während sich ihre beiden Völker bekriegen.

Da wird ihr – David-  in einem inneren Monolog klar, dass er nach einem Kampf verbranntes Land sein wird und wohl auch kein Volk mehr existieren wird, das man regieren kann. Sie bzw. er entscheidet sich, die Waffen fallen zu lassen, und steigt vom Sockel. Beide Völker sind von diesem Verhalten überrascht. Jedoch folgen sie dem Vorbild, legen ihre Waffen ab, kümmern sich um die Verletzten und einigen sich auf friedliche Weise.

Entstehung des Films

An einem Samstagmorgen traf sich unser BK–Kurs, um unser von langer Hand geplantes Filmprojekt in Kooperation mit der Stadtkirche Karlsruhe umzusetzen. Zu Beginn des Tages konnte sich noch keine von uns wirklich vorstellen, wie genau der fertige Film aussehen würde bzw. aussehen sollte.

In den Wochen davor haben wir uns im Unterricht immer wieder verschiedene Szenarien überlegt, wie die bekannte Davidgeschichte friedlich ausgehen könnte. Das war zwar nicht leicht, weil wir so viele verschiedene Ansätze hatten, aber schlussendlich kamen wir auf einen gemeinsamen Nenner.

Dass aus unserer bescheidenen Idee ein professioneller Film würde, hätte wohl kaum eine von uns gedacht. Am Tag selbst machten wir dann Schritt für Schritt Bilder der einzelnen Szenen, die wir im Vorfeld schon probehaft gestellt hatten. Dabei wurden auch von vielen Schülerinnen Nahaufnahmen gemacht, die so manch eine zum Schmunzeln brachte. Dadurch war es nicht immer leicht so aggressiv zu wirken wie man sich das vorgestellt hatte. Trotzdem gab jede ihr Bestes, um dies zu zeigen.                                                                             Von unserer  David-Darstellerin wurden eine Zeit lang auch alleine Aufnahmen gemacht und der Rest von uns machte eine wohlverdiente Pause. Aber auch die hielt nicht lange an; wir hatten ja schließlich einen festen Zeitplan.

Auch wenn der Tag im Großen und Ganzen für alle relativ anstrengend  war hatten wir doch sehr viel Spaß an diesem Projekt und sind zufrieden wieder nach Hause gegangen.

Wir möchten auch nochmals einen großen Dank an das Team ausrichten, ohne dessen Hilfe wir dieses Projekt niemals zustande gebracht hätten.

An diesem Tag hatten wir alle eine besondere Gelegenheit unsere anfänglichen Überlegungen und Gedanken wirkungsvoll in die Tat umzusetzen.  

Magdalena J., Josephine H.

Galerie

Während sich David im inneren Monolog über die Folgen des Kampfes im Klaren wird, werden im Film in schneller Folge von Schülerinnen der Kursstufe gemalte Kriegsbilder gezeigt.

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