Theaterbesuch „Faust“ des Deutschkurses J1

Am 30.01.2018 besuchten wir, der Deutschkurs D2 der Jahrgangsstufe 1, zusammen mit unserer Deutschlehrerin Frau Fiehne, das Badische Staatstheater, um „Der Tragödie erster Teil“ von Johann Wolfgang von Goethes berühmtem Drama „“ zu sehen. Die Hauptfigur Heinrich Faust geht der Frage nach, „was die Welt im Innersten zusammenhält“. Seine Gedanken werden im Stück durch anfangs drei, später fünf Figuren dargestellt. Faust hat viel mit den verschiedenen Facetten seiner Persönlichkeit zu kämpfen und gelangt zu keinem befriedigenden Ergebnis, da er sich in seinem Gedankenlabyrinth verrennt. Zu diesem Zeitpunkt tritt der Teufel alias Mephisto als Pudel in Fausts Leben und sie schließen einen Pakt: Der Teufel wird Faust dienen, bis er vollkommene Zufriedenheit erreicht – im Austausch für Fausts Seele nach dessen Tod.

Mit dieser Vereinbarung mischt sich der Teufel immer stärker in Fausts Leben ein und die anderen Faust-Figuren verschwinden nach und nach von der Bühne, da der Teufel nun ihre Aufgabe als sein Berater übernimmt. Des Weiteren manipuliert der Teufel alle Personen, die mit seinem Zögling in Verbindung stehen, sodass die Vollendung des Pakts in greifbare Nähe rückt. Nun kommt Fausts Hoffnung: Gretchen. Die Begegnung der beiden wurde vom Teufel arrangiert, der Faust zwar davor warnt, sich auf sie einzulassen, doch es ist längst klar, dass ihm Gretchen nicht mehr aus dem Kopf gehen wird. An der Kulisse verändert sich an dieser Stelle der Hintergrund. Es wird eine Leinwand mit dem Gesicht einer weinenden Frau hinaufgezogen, welches im Pop-Art-Stil designt ist und an eine Comicfigur erinnert. Die abgebildete Frau soll Gretchen sein, ein Mädchen, das aufgrund der entstandenen Beziehung zu Heinrich Faust zur Doppelmörderin an ihrer Mutter und dem gemeinsamen Kind wird. Sie ist seit dem Verlust ihrer Mutter todunglücklich und spürt die Verachtung der Gesellschaft bezüglich ihrer Schwangerschaft. Als Faust sie nach einiger Zeit wiedersieht, stellt sie ihm ein Ultimatum: entweder sie oder der Teufel. Ohne lange zu überlegen, geht er mit dem Teufel weg. Wahrscheinlich nicht nur wegen des eingangs geschlossenen Pakts, sondern auch weil der Teufel Faust manipuliert. Er spielt ihn praktisch aus. Im Theaterstück war das daran zu erkennen, dass der Teufel häufig nicht als Echo, wie Fausts vorherige „Gedanken“, spricht, sondern gleichzeitig, wie ein zweiter Heinrich. Schauspielerisch eine großartige Leistung. Am Ende steht Gretchen alleine und verlassen da. Ihr Gesichtsausdruck stimmte mit der dargestellten Frau auf der Leinwand überein.

Ich finde das Stück sehr authentisch gespielt und sehr bewegend. Manches werde ich so schnell nicht vergessen und noch einige Tage darüber nachdenken, da man sich gut mit den verschiedenen Figuren identifizieren kann. Trotz der relativ wenigen Figuren und Requisiten war eine Vielfalt im Stück gegeben, die durch die knalligen Farben in den Kostümen und in der Kulisse geschaffen wurde. Alles in allem ist das das Stück sehenswert und verspricht ein gutes Verständnis von Faust.

Florentine Schätzle, J1

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