Besuch der stellvertretenden Landtagspräsidentin von Baden-Württemberg

„Sich für Politik interessieren, heißt Verantwortung übernehmen“

Brigitte Lösch, stellvertretende Präsidentin des baden-württembergischen Landtags und Abgeordnete der Grünen, besuchte am 29.4. die Klassen 9a und 9d. Der Besuch fand im Rahmen des Gemeinschaftskundeunterrichts statt und hatte zum Ziel, die Arbeit des Landtags sowie politische Inhalte zu verdeutlichen.

Nachdem Frau Lösch über ihre Aufgaben als stellvertretende Landtagspräsidentin und über ihren persönlichen Werdegang berichtet hatte, begann die Diskussion. Im Gemeinschaftskundeunterricht hatten wir uns im Vorfeld schwerpunktmäßig mit dem Thema Bildung auseinandergesetzt und uns Fragen überlegt. Erörtert wurden Aspekte der Schulpolitik, die uns alle betreffen, wie zum Beispiel die Frage, ob das Abitur künftig in  allen Bundesländern einheitlich geregelt werden solle.

Ein weiteres Themenfeld befasste sich mit der Frage der Inklusion, also dem Integrieren von behinderten Kindern und Jugendlichen in den Schulalltag. Frau Lösch sieht im Lösen dieser Problematik eine Pflichtaufgabe für die Landesregierung, merkte jedoch an, dass die erforderlichen Maßnahmen für eine ideale Inklusion sehr teuer und deshalb leider schwer umsetzbar seien.
Engagiert diskutiert wurde auch über das Thema Gemeinschaftsschulen, in denen Schüler und Schülerinnen verschiedener Bildungsniveaus zusammen lernen. Im Gegensatz zu dem Prinzip der Gemeinschaftsschule steht natürlich das Gymnasium, vor allem auch das G8, welches schließlich Gegenstand unserer Diskussion wurde. Frau Lösch räumte ein, dass gewisse Aspekte von G8 nicht gründlich genug durchdacht wurden. Klagen von Schülern und Schülerinnen, welche aufgrund von G8 stark unter Stress gerieten, gingen, laut Frau Lösch, nicht unbemerkt am Landtag vorbei. In diesem Zusammenhang teilte sie uns mit, dass momentan an einer Veränderung der G8 Bildungspläne gearbeitet werde. Außerdem gebe es ja nun wieder Schulen, die das G9-Modell einführten.

Ein weiterer Themenbereich war der Einsatz von technischen Hilfsmitteln im Unterricht und die Erörterung der Frage, inwiefern sich diese Entwicklung auf die zukünftige Art des Lernens auswirken wird. Wäre es beispielsweise vorstellbar, dass Hefte und Bücher abgeschafft werden und man ausschließlich mit einem Tablet-PC arbeitet? Frau Lösch war der Meinung, jede Schule müsse für sich entscheiden, ob sie diese elektronischen Medien in den Unterricht einführen wolle oder nicht.

Die zwei Stunden unseres Gespräches vergingen, dank der regen Diskussion und interessanter Einblicke in die Funktionsweise unseres Landtages, wie im Fluge. Und wann hat man schon einmal die Gelegenheit, eine Spitzenpolitikerin so hautnah erleben und mit ihr drängende politische Fragen besprechen zu dürfen?

Larissa D., 9 d

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