Leben in der DDR

In diesem Jahr jährte sich zum dreißigsten Mal die Vereinigung der Bundesrepublik mit der DDR. Für Jugendliche ist dieses Ereignis Geschichte, und sie haben kaum Vorstellungen davon, wie die Menschen in der DDR gelebt haben. Um ihnen dies etwas näherzubringen, kamen in den Leistungskurs Gemeinschaftskunde eine Zeitzeugin und ein Zeitzeuge, die in der Wendezeit 15 beziehungsweise 17 Jahre alt waren, und erzählten aus ihrem Leben in der DDR.

Sie spannten den Bogen von der Kinderkrippe über die Schule, in der zum Beispiel das Fach Staatsbürgerkunde unterrichtet wurde, das den Auftrag hatte, die Heranwachsenden zu staats- und parteitreuen Bürgerinnen und Bürgern zu formen. Sie informierten über die zwar weithin ausreichende Versorgung mit jedoch eher eintönigen Gütern des täglichen Bedarfs, thematisierten ihren inneren Zwiespalt als praktizierende Katholikin und praktizierender Katholik, die gleichwohl an der Jugendweihe teilnahmen, sprachen über die Schwierigkeiten, zu reisen – sowohl in den Westen als auch in den Osten – und ihre Erinnerungen an die Umbrüche 1989/90, als „jeden Tag etwas Neues passierte“. Und immer wieder wurden die Auswirkungen des Politischen auf das Private thematisiert, und es wurde gefragt, wie das Leben in einer Diktatur auf das zwischenmenschliche Miteinander wirkte.  

Was bleibt? Durch die sehr anschaulichen und persönlichen Erzählungen sicher die Erkenntnis, dass es lohnenswert ist, sich auch mit diesem Teil der deutschen Zeitgeschichte intensiver zu beschäftigen.

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