Planspiel Kommunalpolitik

Ohne Jugend ist kein Staat zu machen“- alle wissen es, aber jeder geht anders damit um. Am St.-Dominikus-Gymnasium wurde die Politik am 4. April 2011 von distanzierten Berichten aus Zeitung, Fernsehen und Internet mitten ins Klassenzimmer der 9b geholt. Politik zum Anfassen! Die Schülerinnen verwandelten sich von passiven Zuschauerinnen zu aktiven Gestalterinnen demokratischer Entscheidungen.

Dabei ging es nicht um die Politik, die im weit entfernten Berlin oder Brüssel an der Tagesordnung ist, sondern um Kommunalpolitik. Ganz bewusst wird gerade die regionale Politik an die Schülerinnen herangetragen, denn bei Problemen und Anliegen, die direkt vor der eigenen Haustür, in der eigenen Stadt oder im vertrauten Stadtteil liegen, kann und hat auch jede etwas zu sagen. Veranstaltet wurde das Projekt von der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), die sich als politische Stiftung besonders für die Ermutigung und Befähigung zu bürgerschaftlichem Engagement und Ehrenamt einsetzt. Konkret umgesetzt wurde es von den Teamerinnen B. Zivkovik und S. Höhn, zwei von der FES dafür ausgebildete Studentinnen, die für die Demokratie und den persönlichen Einsatz für sie werben wollen.

Realisiert wurde das alles im Rahmen eines Planspiels. Die Schülerinnen lernten dabei zuerst die Grundlagen der Kommunalpolitik kennen, denn nur wer die Regeln kennt, kann auch effektiv mitwirken. Danach suchten sie sich eigene Themen rund um die Stadt Karlsruhe. Die Vorschläge der Schülerinnen sprudelten aus Ihnen nur so heraus. Einige wollten die Straßenqualität verbessern, die unzähligen Baustellen in der Innenstadt besser koordinieren, andere den öffentlichen Personennahverkehr optimieren und ausweiten, nicht zuletzt zum Schutz der Umwelt. Die Qualität der Vorschläge zeigte, dass die Neuntklässlerinnen etwas zu sagen haben und mit offenen Augen durch Karlsruhe gehen.

Den Höhepunkt des Planspiels stellte eine nachgestellte Gemeinderatssitzung mit den jugendlichen Rätinnen dar. Die übliche Bestuhlung wurde aufgelöst und das Klassenzimmer in einen Ratssaal verwandelt. Die „Bürgermeisterin“ eröffnete die Sitzung, forderte die „Stadträtinnen“  zur Antragsverlesung auf und gab die Diskussion frei. Das enthusiastische Hin und Her der Wortgefechte und der Austausch fundierter Argumente kannte fast kein Halten mehr. Die Abstimmungen waren  Momente der Spannung, zusätzlich gespickt mit der Erkenntnis, dass Politik ein dynamischer Prozess ist. Und so bleibt nur noch einmal zu betonen: „Demokratie braucht DemokratInnen“ - vor allem junge.

S. Höhn, eine ehemalige Schülerin, die gerne wieder ans Dominikus kam, diesmal als Teamerin

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