Montag morgens ist der größte Teilchenbeschleuniger im Landkreis Karlsruhe nach dem Wochenende noch außer Betrieb. Die Schülerinnen und Schüler des Physik-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 1 hatten daher die Gelegenheit, am 15. Juni 2026 über eine Treppe direkt in den Synchrotron-Ring hinabzusteigen.
Zuvor führte J. Steinmann von der Helmholtz International Research School for Teratronics in die Funktionsweise und Zielsetzung des Beschleunigers ein. Anders als beim Large Hadron Collider (CERN), den die Lernenden bereits aus dem Unterricht kannten, steht hier nicht die Erzeugung neuer Teilchen im Fokus. Stattdessen dient die Anlage der Produktion hochintensiver Röntgenstrahlung für verschiedenste Experimente sowie dem Test von Beschleunigerkomponenten für das CERN.
Begleitet vom stetigen Geräusch der Vakuumpumpen und Kühlaggregate erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die Technik des Synchrotrons: Zu sehen waren unter anderem die gelben Ablenkmagnete sowie die roten Quadrupol- und grünen Sextupol-Magnete zur Strahlfokussierung. Mit einer magnetischen Flussdichte von bis zu 1,5 Tesla bei einem Strom von 800 Ampere erreichen diese die Grenze dessen, was mit normalleitenden Spulen möglich ist.
Im Anschluss stellten Doktorandinnen und Doktoranden ihre Forschungsarbeit an der sogenannten „Imaging Beamline“ vor. Dort werden bildgebende Verfahren weiterentwickelt. Dank der hohen Strahlenergie lassen sich außergewöhnlich hochauflösende Aufnahmen, beispielsweise von biologischen Proben, erzeugen. Besonders beeindruckend war ein neu installierter Roboter, der in der Lage ist, bis zu 1000 Proben automatisiert nacheinander in den Strahl einzubringen und zu rotieren, sodass jeweils eine detailreiche Tomografie entsteht.
Ein herzlicher Dank gilt allen Referentinnen und Referenten sowie Frau Cecilia, der stellvertretenden Leiterin des Institute for Photon Science and Synchrotron Radiation (IPS), für die Organisation und Durchführung dieser eindrucksvollen und lehrreichen Exkursion.
J. Merkert









