100 Jahre Erster Weltkrieg

Anlässlich des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren organisierten Schülerinnen zwei Ausstellungen und nahmen an einem Theaterprojekt teil.

Ausstellung im Foyer

Das Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren nahmen die Schülerinnen im Schuljahr 2014/15 zum Anlass, in ihren Familienarchiven zu forschen. Im Ergebnis trugen sie viele beeindruckende und bewegende Zeugnisse zusammen.

Plakatausstellung

Dass der Ausbruch des Ersten Weltkrieges sich 2014 zum hundertsten Mal jährte, nahm die Klasse 9a zum Anlass, sich mit den tiefer liegenden Ursachen und Gründen dieses ersten modernen Krieges zu beschäftigen. So entstand diese Plakatausstellung "Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges – wie kam es dazu?".

Das Thema wurde in fünf Bereiche untergliedert: Innenpolitik, Außenpolitik, Sozialpolitik, Wirtschaftspolitik und Imperialismus.

In Gruppenarbeit befassten sich die Schülerinnen mit der innenpolitischen Entwicklung Deutschlands seit dem Wiener Kongress 1815: während große Teile der Bevölkerung Einheit, Freiheit und Verfassung zusammen dachten und forderten, versuchten die meisten Fürsten die vorrevolutionären Verhältnisse zu restaurieren. Nach der politisch gescheiterten Revolution von 1848 erfolgte schließlich 1871 unter Bismarck die Reichseinheit von oben.

Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 und der daraus resultierenden Isolation Frankreichs lag allerdings ein Keim für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Ein weiterer zentraler Krisenherd war der instabile Balkan. Die Schüsse von Sarajewo wurden zum Anlass des Ersten Weltkrieges 1914.

Die Industrielle Revolution erforderte einerseits Lösungen für die Soziale Frage, um das Arbeiterelend zu beseitigen, andererseits stieg der Bedarf an Absatzmärkten für die große Zahl an Industrieprodukten. Der imperialistische Wettlauf um Rohstoffe und Absatzmärkte mündete schließlich in den Ersten Weltkrieg.

Bei der Arbeit an den Plakaten wurde deutlich, dass die fünf Themenbereiche stark miteinander verzahnt und komplex gelagert sind.

Ein zweiter Zugang zum Verstehen des Ersten Weltkrieges war das Klassenzimmertheaterstück „Im Westen nichts Neues“, worüber zwei Schülerinnen aus der 9a berichten.

D. Baßmann und die 9a 2014/15

„Im Westen nichts Neues“

Die Klassen 9a und 9d „erleben“ den Ersten Weltkrieg im Klassenzimmer

Am Freitag den 27.3.2015 durften wir im Rahmen des Geschichtsunterrichtes  das Klassenzimmerstück „Im Westen nichts Neues“ im wahrsten Sinne des Wortes miterleben. 2014 jährte sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Zu diesem Anlass brachte das Staatstheater Karlsruhe eine für die Aufführung im Klassenzimmer bearbeitete Version des wohl berühmtesten Romans über die Zeit des Ersten Weltkriegs, in die Klassenzimmer und so auch in unseres.

»Dieses Buch soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkam.« Mit diesen Worten leitet der Autor Erich Maria Remarque seinen diesem Stück zugrundeliegenden Roman über die Schrecken des Ersten Weltkriegs ein. Remarque war selbst Zeuge des Ersten Weltkrieges und beschreibt in seinem Roman die Erfahrungen des jungen Paul Bäumer, dessen gesamte Klasse sich wegen des Lehrers Kantorek freiwillig zum Kriegsdienst meldet. Zu Beginn ging die Schauspielerin des Einmannstücks, Katharina Breier, im Klassenzimmer herum und begrüßte jede einzeln und stellte sich bereits mit dem Namen „Bäumer“ vor. Sie spielte bereits beim Eintreten in das Klassenzimmer die Rolle des Soldaten Bäumer. Dass der Anfang des Stücks ebenfalls im Unterricht Bäumers spielt, verdeutlicht gut, wie kurz der Weg von der Schulbank an die Front und wie radikal die Veränderung war und unter Umständen noch immer ist. Denn bereits in der Grundausbildung müssen Bäumer und seine Klassenkameraden feststellen, dass all das, was sie in der Schule gelernt haben, im Krieg keine Bedeutung mehr hat. An der Westfront lernt Paul zu überleben, die verschiedenen Geschosse schon am Klang zu unterscheiden, auch unter widrigsten Bedingungen noch etwas zu essen zu finden und sich gegen den Tod zu wappnen.

Bei einem kurzen Heimataufenthalt wird Paul klar, wie sehr ihn die Erlebnisse an der Front inzwischen verändert haben. Zurück in der Schlacht, muss er erleben, wie ein Freund nach dem anderen bei Gas- und Granatenangriffen, im Trommelfeuer oder im Kampf Mann gegen Mann stirbt. Auch wir haben das miterlebt und mitgespielt, Gasmasken aufgesetzt, haben uns unter die Schulbänke geworfen. Schließlich wird auch Paul kurz vor Ende des Krieges tödlich getroffen, „an einem Tag, der so ruhig und so still war, dass der Heeresbericht sich auf den Satz beschränkte, im Westen sei nichts Neues zu melden.“ Ein sehr beeindruckendes Stück erlebter Geschichte!

Sarah K. und Lisa H., Klasse 9a

Änderungsdatum: 22.10.2018

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